EFISC-GTP: Europäische Sicherheitszertifizierung für Futtermittelbestandteile mit gegenseitiger Anerkennung von GMP+, QS und weiteren Systemen

Wenn Ihr Unternehmen Futtermittelbestandteile pflanzlichen Ursprungs herstellt, handelt, lagert oder transportiert und den Eintritt in die EU-Märkte plant, sollten Sie den EFISC-GTP-Standard kennen und wissen, wie er den Zugang zu europäischen Märkten vereinfachen kann.
Was ist EFISC-GTP?
EFISC-GTP (European Feed & Food Ingredients Safety Certification — Good Trading Practice) ist ein europaweites Zertifizierungssystem für die Sicherheit von Futtermittel- und Lebensmittelbestandteilen. Der Standard wurde von führenden Branchenverbänden der EU entwickelt:
  • FEDIOL — Verband der europäischen Pflanzenölindustrie
  • Starch Europe — Verband der europäischen Stärkeindustrie
  • EBB — Verband der europäischen Biodieselhersteller
  • EUROMALT — Verband der europäischen Malzindustrie
  • COCERAL — Verband des europäischen Handels mit Getreide, Ölsaaten und Futtermitteln
Der Standard bestätigt die Einhaltung der EU-Verordnung Nr. 183/2005 über Futtermittelhygiene und der EU-Verordnung Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene. Er basiert auf einem risikoorientierten Ansatz: HACCP, Lieferantenkontrolle, Rückverfolgbarkeit und Laboruntersuchungen in nach ISO 17025 akkreditierten Laboratorien.
Für wen ist EFISC-GTP geeignet?
Der Standard gilt für Unternehmen, die mit Futtermittelbestandteilen pflanzlichen Ursprungs arbeiten.
Produktion (Scope D):
  • Verarbeitung von Ölsaaten und Raffination pflanzlicher Öle
  • Stärkeindustrie
  • Herstellung von Glycerin aus Biodiesel
  • Malzproduktion
Handel, Lagerung und Transport (Scope F und G):
  • Handel und Erfassung pflanzlicher Futtermittelbestandteile
  • Lagerung und Umschlag
  • Transport von Futtermittelbestandteilen auf der Straße, per Bahn und auf dem Seeweg
Gegenseitige Anerkennung mit anderen Systemen
Ein entscheidender Vorteil von EFISC-GTP sind formelle Vereinbarungen zur gegenseitigen Anerkennung mit führenden europäischen Zertifizierungssystemen für Futtermittel. Dadurch können EFISC-GTP-zertifizierte Unternehmen ihre Produkte ohne zusätzliche Audits an Unternehmen liefern, die nach diesen Systemen zertifiziert sind.
System: GMP+
Markt: Niederlande und international
Grundlage der Anerkennung: GMP+ TS 1.2 Purchase
System: QS
Markt: Deutschland
Grundlage der Anerkennung: QS Anlage 9.1
System: OVOCOM (FCA)
Markt: Belgien
Grundlage der Anerkennung: BT-02 Purchase General Provisions
System: AIC / UFAS
Markt: Vereinigtes Königreich
Grundlage der Anerkennung: AIC Recognised Assurance Schemes
System: CSA-GTP
Markt: Frankreich
Grundlage der Anerkennung: CSA-GTP Standard, Anhang 6
Die gegenseitige Anerkennung gilt seit dem 1. Mai 2014 und wird regelmäßig aktualisiert. Die aktuelle Fassung der Vereinbarungen stammt aus dem Februar 2026.
Praktische Auswirkungen der gegenseitigen Anerkennung
Ein nach EFISC-GTP zertifiziertes Unternehmen kann ohne zusätzliche Überprüfung:
  • Öle, Schrot, Stärke, Glycerin und Malz an GMP+-zertifizierte Mischfutterhersteller liefern
  • Futtermittel-Ausgangserzeugnisse an Unternehmen innerhalb des QS-Systems in Deutschland liefern, sofern eine Registrierung in der QS-Datenbank erfolgt ist
  • Produkte an OVOCOM-zertifizierte Unternehmen in Belgien liefern
  • Unternehmen innerhalb des AIC-Systems im Vereinigten Königreich beliefern
Darüber hinaus erkennt EFISC-GTP selbst die Ergebnisse von Audits nach FSSC 22000, BRCGS, ISO 22000:2018 und IFS an. Dadurch können diese im Rahmen eines kombinierten Audits berücksichtigt werden.
Wie erhält man eine EFISC-GTP-Zertifizierung?
Die Zertifizierung wird von der akkreditierten Stelle GIC (Guard Is Certifications) durchgeführt — einer internationalen Zertifizierungsstelle mit Hauptsitz in Nürnberg, Deutschland.
Der Prozess umfasst:
  • Antragstellung — Beschreibung der Tätigkeiten und Festlegung des Zertifizierungsumfangs
  • Audit — Überprüfung des Sicherheitsmanagementsystems am Standort
  • Ausstellung des Zertifikats — jährliche Bestätigung der Konformität
  • Überwachungsaudits — regelmäßige Kontrollen zur Aufrechterhaltung des Zertifikats
Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten einer Zertifizierung?
Die Kosten für die Aufrechterhaltung der Zertifizierung hängen nicht nur von den Auditkosten ab, sondern auch von den Anforderungen an die Laborkontrolle und der Häufigkeit der Analysen. Für Ölextraktionsanlagen sowie Hersteller von Schrot, Stärke und Melasse können diese Kosten je nach gewähltem Zertifizierungssystem erheblich variieren.
Kontaktieren Sie uns — wir berechnen die vollständigen Kosten individuell für Ihr Unternehmen.
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